Samstag, 24. Dezember 2011

Die australische Erziehung


Meine Au Pair Kinder sind Bonny 3 Jahre, Lexy 7 Jahre, Lachlan 9 Jahre und Duncan 11 Jahre. 
Alle haben gemeinsam, dass sie mich langsam aber sicher in den Wahnsinn treiben. Allerdings habe ich nun von mehreren erfahren, dass es normal für australische Kinder ist. Man ist auch bei der Erziehung sehr „laid-back“.

Mit den Eltern verstehe ich mich recht gut. Sie sind wirklich super nett und lieb. Aber diese Kinder…
Sehr schön war die Situation, als die Eltern abends aus waren und Lachlan plötzlich mit einem seiner Freunde auf dem Dach auftauchte und dabei war, von dort aufs Trampolin zu springen. Ich stand dort also unten und versuchte diese Kinder dazu zu bewegen vom Dach zu kommen. An meinem Bein zerrte Bonnie und brüllte nach Ausmerksamkeit. Lexy schimpfte ihre Brüder aus und brüllte. Und dann kamen noch ungefähr drei Nachbarkinder dazu, die die Jungs anstachelten. Wunderbar. Als sie dann irgendwann endlich runter bekam, habe ich erstmal die Nummer des australischen Krankenwagens auswendig gelernt: 000.  

Die Kleinste macht einfach generell gerne das Gegenteil von dem was man sagt und brüllt und heult den halben Tag. Zumindest ist sie nicht nur bei mir so, sondern auch bei ihrer Mutter und dem Vater. Das ist sehr beruhigend und immerhin wird es zur Zeit auch etwas besser. 

Gestern wurde hier eine große Barbeque-Party veranstaltet und etwa acht Paare mit jeweils drei oder vier Kindern eingeladen. Nach etwa zwei Stunden mit feinen Wein und Champagner wurden dann die Jägermeister Flaschen ausgepackt und so einige Eltern waren nicht mehr ganz fähig auf ihre Kinder aufzupassen ;) Allerdings waren die Kleinen sehr lieb und der Abend spaßig.

Morgen am 25. ist Chrismas Day und die Kinder können ihre Geschenke, die Santa Clause über Nacht gebracht hat, nach dem Aufstehen auspacken. Danach geht es zum Lunchen zu der Familie von Alex, meinem Gastvater. Am Boxing Day fahren wir wahrscheinlich zum Strandhaus der Familie nach Mount Martha, etwa eine Stunde von Melbourne entfernt, in den dreiwöchigen Urlaub. 

Silvester werde ich allerdings mit dem Zug nach Melbourne fahren und mit Katharina, einer Deutschen, die ich in Canberra kennengelernt habe, auf dem Federation Square auf einer Open-Air Party das neue Jahr begrüßen. Zu Weihnachten sind die 30°C eher unpassend, aber auf ein warmes Silvester freue ich mich sehr.

Ich wünsche euch also ein schönes kaltes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. 

Lasst mal wieder was von euch hören :)

Lieben Gruß
Tina

P.S. Fotos folgen!

Sonntag, 11. Dezember 2011

Meine Au-Pair Familie


Ich ziehe am Dienstag oder Mittwoch bei einer Familie in Ivanhoe, einem Suburb von Melbourne, ein. Am Freitag habe ich sie zum ersten Mal getroffen und geschaut ob wir uns verstehen. Die Familie besteht aus sechs Personen: dem Vater Alex, der Mutter Nicole, beide etwa Ende 30, und vier Kindern, zwei Töchter und zwei Söhne. Sie wohnen in einem unglaublich riesigen Haus mit Pool, Fitnessraum, Billardzimmer und kleinem Tennisplatz. Auf den ersten Blick also ein voller Glücksgriff, ich hoffe das bestätigt sich in den nächsten Wochen. Ich werde dort bis Ende Februar bleiben und wahrscheinlich ein sehr angenehmes Leben führen können ;) Ich muss mich vor allem um die Jüngste, die bald vier Jahr alt wird und wirklich sehr süß ist, kümmern und ein wenig im Haushalt helfen. Zwei Tage dir Woche habe ich frei, für die werde ich versuchen Arbeit zu finden. Im Januar fahren wir dann gemeinsam für drei Wochen in ihr Beachhaus in der Nähe von Melbourne. Der Tannenbaum steht schon im Wohnzimmer und nächste Woche Sonntag fahre ich zum ersten Familientreffen mit. Endlich Australier! 

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Things have changed!


Hallo,

ich bin also wieder in Australien unterwegs und umzingelt von Deutschen. Sowohl in Canberra als auch in Melbourne, wo ich zurzeit bin, spreche ich zu 90% nur Deutsch und habe das Gefühl, dass viele der Ballermann-Touristen den Winter über in Australien verbringen und mich verfolgen.
Mein Ziel Australien, Australier und die australischen Gewohnheiten kennen zu lernen, geht im Moment leider nicht auf. 

Melbourne an sich gefällt mir. Außerdem muss ich ein paar Monate hier bleiben um Geld zu verdienen. Leider kann ich einen Full-Time Job als Kellnerin vergessen, da es einfach keinen Bedarf gibt. Stattdessen hängen überall Schilder aus, dass sie Part-Time Dishwasher suchen. Das würde ich auch zur Not noch machen, wäre die Bezahlung so, dass man wenigstens Unterkunft und Essen damit decken könnte. Da dem leider nicht so ist, werde ich mich jetzt nach einer Familie umsehen, in der ich bis Ende Februar /Anfang März als Au Pair wohnen kann. 

Das würde eigentlich all das vereinen, was ich suche: Ich lerne Australier und deren Leben kennen, was gerade über Weihnachten und die Feiertage bestimmt ganz interessant ist. Ich spreche Englisch! Unterkunft und Essen muss ich nicht bezahlen. Man bekommt ein „Taschengeld“. Ich würde also mit einem Plus rauskommen. Eine Familie, die mir gefällt, habe ich auch schon gefunden. Sie wohnt nur 15 Minuten vom CBD in Melbourne entfernt, hat vier Kinder und ich hätte noch so viel freie Zeit, dass ich nebenher ein wenig arbeiten könnte, vorausgesetzt ich finde etwas. (Außerdem kann ich testen, ob ich wirklich so viele Kinder haben möchte oder ob ich es einfach nicht besser weiß, da ich immer nur einen Bruder aushalten musste. ;))

Zusätzlich hat sich mein Plan für die weitere Zeit ein wenig geändert. 
Die Westküste, das Outback und einen Teil der Ostküste möchte ich in Australien bis etwa Ende Mai noch bereisen und dann die letzten zwei(einhalb) Monate in Asien bleiben. Ein paar Tage in Kuala Lumpur und Singapur waren ja schon geplant. Allerdings möchte ich jetzt je einen Monat in Thailand und Malaysia reisen.  Mit der Hoffnung nicht erst einen verdammt teuren Tagesausflug machen zu müssen, um etwas zu sehen, sondern einfach vor die Tür zu gehen und eine vollkommen andere Kultur und Menschen kennen zu lernen.

Naja, das liegt aber noch in weiter Ferne. Erst mal kümmere ich mich jetzt um die Familie.  Ich werde mich mit wahrscheinlich morgen mit ihnen treffen und schauen ob das passt. 
 
Wünscht mir Glück!

Eine schöne Adventszeit und bis dann,
Tina

P.S. Ich muss jetzt auch mal aus der Sonne raus, sonst verbrennen mein Laptop und ich noch :)


Mittwoch, 30. November 2011

Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei


Juhu,

ich bin gerade wieder auf dem Weg nach Australien und darf noch einmal, vom Flugzeug aus, einen Blick auf die wunderschöne Landschaft Neuseelands werfen. Jetzt verstehe ich die Leute, die so von Neuseeland schwärmen, denn ich bin nun auch eine von ihnen ;)

Nochmal kurz die letzten zwei Wochen zusammengefasst.
Das Kanu fahren im Milford Sound war sehr schön. Danach war mein Plan eigentlich Ice Climbing am Fox Gletscher zu machen, nur war der Bus in die Richtung leider voll. Da ich nicht mehrere Tage auf einen Platz warten wollte, musste ich also in die entgegengesetzte Richtung mit einem riesigen Umweg über Christchurch fahren und dort auch übernachten. Da alle großen Hostels im Stadtzentrum liegen, sind sie eingestürzt und geschlossen. In den übrigen Hostels und Motels leben die Christchurchianer die nicht mehr in ihre Häuser zurück können, durfte ich dann erfahren. Es war also alles voll: Hostels, Motels und sogar Hotels. Mein Plan war es daher, bis mein Bus früh morgens kommt, im McDonalds zu warten. Der hatte nur leider keine 24 Stunden auf.  Irgendwann habe ich dann noch einen anderen Backpacker getroffen, der das gleiche Problem hatte und wir haben erst mal alle möglichen Leute im McDonalds verrückt gemacht, bis jeder ein Handy am Ohr hatte und versuchte uns zu helfen. Leider ohne Erfolg. Später hat uns dann die Mitarbeiterin vom McCafe angesprochen und uns angeboten in einem Zimmer ihrer Studenten-WG zu schlafen, da einer eine ihrer Mitbewohnerinnen im Urlaub ist. Wir waren dann doch seeehr erleichtert.
Die WG war sehr lustig, das Bett groß und bequem und die Studentin ließ nicht locker mich auch noch morgens unbedingt zur Busstation fahren zu wollen. Da ich die Menschen gerne glücklich mache, wollte ich mal nicht so sein und sie durfte morgens um sechs Uhr aufstehen und mich zur Bushaltestelle fahren ;)

Milford Sound Bilder:



Danach bin ich nach Motueka gefahren. Für dort hatte ich auch meinen Fallschirmsprung gebucht. Allerdings hat mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht und das Ganze ist wieder auf Australien verschoben. Die weiteren Stopps waren Kaikoura, Nelson und Picton. Alles landschaftlich wunderschön und die wenigen Geschäfte in den kleinen Städten sind meistens irgendwelche New-Age-Läden, Second-Hand Büchereien, Öko - und Tattoo-Läden. Ich fands super. 







Abel Tasman Park:



Außerdem ist mir Dorina über den Weg gelaufen. In Picton war ich kurz in der Bibliothek, da man dort ins Internet konnte und plötzlich kam Dorina rein. Zufälle gibt’s… 

Die letzte Station war dann in Blenheim. Eine unglaublich hässliche Stadt, die absolut nicht zum Rest Neuseelands passt. Mein „Hostel“ war eine Hütte, die zu einem Campingplatz gehörte und etwas abseits gelegen war. Drumherum total vermüllt, kein Mensch war da, keine Bettwäsche, keine Heizung, gar nichts. Obwohl ich fast alle Klamotten aus meinem Backpack anhatte, war es eiskalt. Auch die verriegelte Tür hätte selbst ich von außen ohne Probleme ohne Schlüssel aufmachen können. (Auch wenn ich das nicht vorher bei Capo geübt hätte.) Es waren daher zwei nicht ganz so entspannte letzten Nächte in Neuseeland. 

Jetzt sitze ich also mit einer dicken Erkältung wieder im Flieger Richtung Sydney. Morgen werde ich noch einmal Sally besuchen und ein paar meiner Sachen, die ich in NZ nicht brauchte und bei ihr gelassen habe, abholen. Dann geht es weiter in die Hauptstadt Canberra und nach Melbourne. Dort hoffe ich dann für ca. 2 ½ Monate bis Ende Februar Arbeit zu finden. Wenn das klappt, versuche ich für die Zeit ein Zimmer in einer WG oder ähnlichem zu bekommen. Mal sehen. Daher werde ich jetzt erst mal einen CV verfassen, Internetdatenbänke durchsuchen und mich bei verschiedenen Jobbörsen einschreiben.  

Ich durfte schon erfahren, dass die meisten Backpacker um die vier Wochen lang suchen mussten, wenn sie denn überhaupt einen Job gefunden haben. Da mir das definitiv zu lang ist, werde ich mich jetzt mal dahinter klemmen und hoffe, dass alles klappt.
Schaun wa mal.



Cheers,


Tina

Sonntag, 13. November 2011

...Neuseeland Update

Halli Hallo aus Te Anau,

da ich gerade mein leckeres Essen gegessen habe (Nudeln mit Hähnchenfleisch gebettet auf Salatblättern an Pilzsoßenspiegel) und hier gerade so gar nichts zu tun ist, bringe ich euch kurz up to date.
Dienstag vor einer Woche bin ich in Neuseeland, nach wohl der schönsten Aussicht, die ich bisher in meinem kleinen, bescheidenen Leben aus einem Flugzeug erleben durfte, angekommen. Die Leute klebten förmlich an den Fensterscheiben, riefen „fenomenal“ und die männliche Stewardess musste einem sehr diskussionsfreudigen, überaus sympathischen Herren erklären, warum auch die Fotokameras bei der Landung ausgeschaltet werden müssen :D 

Mit riesigen Erwartungen für die nächsten Wochen, folgte dann erstmal die Ernüchterung als ich in Christchurch angekommen bin.  Mir war zwar klar, dass dort ein heftiges Erdbeben war, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass das komplette Zentrum abgesperrt ist und in Schutt und Asche liegt. Da anscheinend viele Leute weggezogen sind, waren die Straßen leer und still. Sehr traurig. 
Nach den drei Übernachtungen, die ich von Sydney gebucht hatte, bin ich daher auch den nächsten Tag früh morgens mit dem Bus Richtung Süden gefahren.

Ich habe bei einem Busunternehmen einen Pass für zehn Trips gebucht. Das heißt, dass ich mir zehn Teilstrecken aus deren Streckennetz aussuchen und nach und nach kurzfristig buchen kann. Daher bin ich sehr ungebunden und kann spontan entscheiden, ob und wie viele Tage ich an einem Ort bleiben möchte.

Mein erster Stopp war Lake Tekapo und auch mein absoluter Favourit bisher. Ich habe noch nie ein so blaues Wasser gesehen und ich dachte auch nicht, dass ich mich so dafür begeistern kann.
Am ersten Tag habe ich eigentlich nur aufs Wasser gesehen und unendlich viele Fotos, aus jedem erdenklichen Winkel gemacht.



Ich habe also mittlerweile meine chinesische Ader entdeckt. (Der Unterschied zu den echten chinesischen Fotos ist, dass ich nicht jedes Bild versaue, indem ich mich vor die wunderschöne Landschaft stelle und das Peace-Zeichen mache. Ich musste die schmerzliche Erfahrung machen, als ich mit zwei Chinesinnen in Manly war und die Hälfte meiner wertvollen Zeit auf die beiden warten durfte!)

Aber zurück zu Lake Tekapo. 
Wie gesagt, war der Ort einfach nur malerisch schön, es liefen kaum Touristen herum und auch das Hostel war mit ein paar sehr lustigen Leuten, Blick aufs Wasser und gemütlichem Zusammensitzen vorm Kamin, super.

Am zweiten Tag bin ich dann den Berg hoch, um einen Rundrum-Panorama Blick zu haben.
Nach knapp drei Tagen ging es dann für zwei Tage nach Wanaka. Es war wiederum sehr idyllisch und auch der Blick von dem hier bezwungenen Berg war wunderschön :)





Danach bin ich weiter nach Queenstown gefahren. Nach zwei sehr ruhigen und abgeschiedenen Orten, kam es mir hier mit 10.000 Einwohnern riesig vor. Um dem Großstadtrummel zu entfliehen, bin ich wieder meinem neu gewonnen Hobby (nebem Fotografieren und Blog-Schreiben - ja, es macht mir Spaß!), dem Mountain Hiking nachgegangen.  Da sich aber nur die langen, steilen Aufstiege mit der Kennzeichnung „advanced“ oder „hard“ wirklich lohnen und man von dort einfach die besten Aussichten hat, rächt sich die sportfreie Zeit in Deutschland ganz schön ordentlich. Seit den Blue Mountains ist kein Tag ohne einen kräftigen Muskelkater vergangen. Ich hoffe, das wird irgendwann besser…




 






Eigentlich bin ich bisher nicht unbedingt der Typ für lange Wanderungungen und übermäßiger Begeisterungsfähigkeit für irgendwelche Landschaften gewesen (bis auf die in Österreich bei meinem Onkel und meiner Tante), aber Neuseeland ist schon ein echter Knüller! Wenn es so weiter geht, war das nicht mein letzter Neuseeland Aufenthalt. Zumal ich mir für die knapp bemessene Zeit nur die Südinsel ansehen werde.

Heute bin ich in Te Anau angekommen. Allerdings nicht des Ortes wegen, sondern bloß um ihn als Ausgangspunkt für den Milford Sound, die neuseeländischen Fjords, zu nutzen.
Morgen werde ich dann um 5:45 Uhr mit einem Bus abgeholt um über die Milford Road, eine der schönsten Scenic Roads Neuseelands, den Milford Sound zu erreichen und dort Kajak zu fahren.  

Daher werde ich mich jetzt auch mal in die Heia-mit-Blick-auf-den-Lake-Te-Anau begeben, um morgen den Wecker nicht zu überhören und mich aus dem Bett quälen zu können.

Ganz lieben Gruß ins kalte Deutschland,
Tina

Mittwoch, 2. November 2011

Wwoofing bei Sally


Howdy!

Ich schreibe euch schon wieder aus Sydney. Soll heißen, ich habe überlebt und das auch noch sehr gut. Sally ist eine absolut liebe und etwas verrückte Australierin, mitte 50, alleinstehend, Sprachtherapeutin mit zwei sehr süßen Hunden, einer Katze und einem kleinen Häuschen in Blackheath.



Ich selber hatte ein eigenes Zimmer, was trotz gerade mal drei Wochen in Dorms eine kleine Erholung war.
Der Tagesablauf sah so aus, dass ich zur unmenschlichen Zeit 7:30h aufgestanden bin, um nach der vierstündigen Arbeit noch etwas vom Tag zu haben. Abends haben wir zusammen gekocht und gegessen. Sally war allerdings nicht nur Vegetarierin sondern auch laktoseintolerant. Daher war das Ganze nicht so einfach, aber immerhin sehr gesund.

Später haben wir dann zusammen Nachrichten gesehen und uns dann entweder über current affairs unterhalten, versucht die englische Grammatik zu durchleuchten oder einen Film aus ihrer riesigen DVD  Sammlung angesehen. Da diese hauptsächlich aus ScFi und Aktion Filmen besteht, was absolut nicht zum Rest von Sally passt, brauchte ich etwas um einen vernünftigen rauszusuchen. Jetzt kann ich aber eine klare Empfehlung für „One Flew Over the Cuckoo's Nest“ aussprechen.

Meine Arbeit bestand in den ersten Tagen aufgrund des schlechten Wetters darin einen Schrank und Tisch zu streichen, DVDs zu sortieren und das kleine Ferienhaus in ihrem Garten für die nächsten Gäste fertig zu machen.
Leider konnte ich in der Zeit auch nicht viel von den Blue Mountains sehen. Nur einmal haben wir uns vor die Tür getraut und sind in einen der National Parks gegangen.
Es war aber trotz oder gerade wegen des Regens und des Nebels sehr schön.   






Die letzten drei Tage wurde das Wetter schließlich auch besser. Ich konnte (eher musste) draußen im Garten arbeiten. Das war zwar weniger spaßig aber für vier Stunden in Ordnung.
Ich konnte also auch endlich in den Blue Mountains  National Park um meine bisher wohl wichtigste Lektion zu lernen: Nimm IMMER Wasser, Essen und eine Karte der Wanderwege mit!!!

Mit dem Vorhaben für drei Stunden wandern zu gehen, hatte ich natürlich nichts bis auf meinen Fotoapparat mit. Aus diesen drei Stunden wurden aber schließlich 7 ½ Stunden.
Nachdem ich die erste Aussichtsplattform erreicht hatte und eigentlich wieder zurücklaufen wollte, sah ich einen kleinen schönen Wasserfall weiter unten am Berg und dachte mir: Gehste mal hin! 



Auf der rechten Seite kann man das Objekt der Begierde sehen!

War aber eine blöde Idde, weil es immer schöner wurde und ich deshalb immer weiter ging und schließlich mitten im Busch war. Nachdem ich nun schon so lange in einen Richtung gelaufen bin, wollte ich auch nicht mehr umkehren, weil ich mir sicher war, dass es bald irgendwo rausgehen muss. War aber leider nicht so. Irgendwann bin ich zum Glück auf eine Camping-Gruppe gestoßen. Sie mit etwa acht Mann, riesigen Karten, Wanderwegbeschreibungen, Essen, Trinken, Taschenlampen und ich, völlig am Ende meiner Kräfte, alleine mit einem Fotoapparat. 
Jetzt ist es lustig, in dem Moment war es das eher weniger! :D
Vor allem als sie mir dann mit Hilfe ihrer Karten den schnellsten Weg rausgesucht hatten. Der war zwar nur um die drei Kilometer lang, hatte aber einen Höhenunterschied von knapp 700 Metern.  
Sie haben mir dann freundlicherweise Wasser, Nüsse und eine Taschenlampe mit dem Satz „Die wirst du brauchen“ mitgegeben.
Irgendwann, nach einem unendlich langen und unglaublich anstrengenden Aufstieg,  bin ich ziemlich fertig und einfach nur erleichtert bei Sally angekommen. 

Am letzten Tag war ich dann noch mit einem ordentlichen Muskelkater in Katoomba, der größten Stadt in den Blue Mountains. Allerdings war dort, bis auf ein Oktoberfest mit französischer Musik, nichts zu sehen.

Insgesamt war das Wwoofen eine sehr gute Erfahrung. Man spart selbst in ein paar Tagen ziemlich viel Geld, es ist interessant mit Locals zusammen zukommen, sich auszutauschen und dem Englisch tut es auch gut. Das wird also nicht das letzte Mal Wwoofen gewesen sein.

Jetzt bin ich also wieder in Sydney, da ich mir meine Tax-File Number abholen und mich um meine australische Handynummer, die nun endlich funktioniert, kümmern musste.
Von hier fliege ich morgen nach Christchurch um in knapp vier Wochen ein bisschen was von Neuseeland sehen zu können.
Mein Hostel liegt schon mal einen Kilometer von dem von Roxanne entfernt, die einen Tag später in Christchurch ankommt. Mal schauen, wen ich dort noch alles aus Paderborn antreffe :)

 
Cheers,

Tina

(Ich habe es übrigens endlich geschafft ein Gästebuch einzurichten. (--> rechts) Wer also Lust hat…)




Dienstag, 25. Oktober 2011

Die vegetarische Sally


Hello everybody,

ich sitze gerade im Zug auf dem Weg nach Blackheat. Dort werde ich etwa fünf Tage bei Sally arbeiten und erhalte im Gegenzug Unterkunft und Verpflegung frei. Warum bei Sally? Weil sich Blackheath bestens eignet um von dort aus die Blue Mountains zu erkunden.  

Wer ist Sally überhaupt? - Ich weiß es selber auch nicht so genau. Sally ist Vegetarierin, hat zwei Hunde, eine Katze und einen großen Garten, in dem ich für sie etwa vier Stunden am Tag arbeiten werde. Das Ganze nennt sich dann „wwoofen“ – Willing workers on organic farms. 

Ich habe mir noch in Deutschland das Wwoofing-Buch zuschicken lassen und bin somit dieser Organisation beigetreten. In dem Buch sind so etwas wie Anzeigen von Familien aufgelistet in denen sie sich selbst, ihren meist sehr alternativen Lebensstil und die Arbeit (oft auf großen Plantagen, Farmen ect.) vorstellen.  Jetzt hoffe ich also, dass ich mich mit Sally gut verstehe, sie mich am Leben lässt und ihre Hunde nicht allzu groß sind…

Die Tage seit meinem ersten Blogeintrag habe ich komplett in Sydney verbracht.
Nachdem ich endlich die Woche in meinem ersten Hostel hinter mir hatte, bin ich in das YHA (australischer Jugendherbergsverband) Harbour Bridge gezogen. Ein riesiger Unterschied im Vergleich zum ersten Hostel. Die Zimmer sind viel größer, man hat ein eigenes Bad im Dorm und die Küche ist fast schon sauber. Hier habe ich auch endlich das erste Mal vernünftig gekocht und gegessen. Während  man beim Essen im ersten Hostel in einem kleinen Kabuff ohne Fenster saß, konnte man es sich hier auf der Dachterasse, mit Blick auf die Brücke und Oper, in einer Liege gemütlich machen.


Leider darf ich mich an diesen Luxus nicht gewöhnen. Die Übernachtungen in YHA Hostels sind doppelt so teuer wie in organisationsunabhängigen und wurden mir von der DJH (deutsche Jugendherbergsgesellschaft) für meinen Blog, den ich für sie schreibe, gezahlt.  

Auch die Leute im YHA sind wesentlich angenehmer. Mit einer Engländerin und zwei Deutschen war ich zusammen in Chinatown und auf dem Art & Food Festival und mit einer Dänin und Chinesin am Manly Beach. Es wird also erfreulicherweise internationaler und ich darf/muss auch endlich Englisch sprechen.




Mein erstes australisches Bier habe ich zusammen mit einem Indonesier, der in Sydney studiert, getrunken. Leider haben die zwei probierten Sorten nach mit Wasser verlängertem deutschen Bier geschmeckt. Ich freue mich also darauf, in ein paar Tagen wieder im Munchies, auf ein oder zwei gepflegte Weizen, vorbei schauen zu können.

Insgesamt ist es wirklich nicht schwer Leute kennen zu lernen. Am Besten geht das natürlich im Hostel, aber auch auf der Straße oder wenn man irgendwo am Strand sitzt kommt man immer mit anderen Backpackern und auch Australiern in Kontakt. 

Die letzten paar Tage wollte ich dann an den Coogee-Beach ziehen. In der Hoffnung einen kleinen Ort ca. eine halbe Stunde entfernt vom Zentrum Sydneys zu finden, der „noch nicht so touristisch erschlossen ist“, wie man überall nachlesen konnte.

Angekommen, war leider nichts vom Beach zu sehen, da die Leute dort wie die Sardinen in der Dose lagen. Direkt neben dem Strand oder da wo man ihn vermuteten konnte, führte die Hauptverkehrsstraße mit einem riesigen Stau entlang. Zu guter Letzt ist mir dann noch das Päckchen Reis in meinem Rucksack geplatzt, sodass ich den nächsten Bus zurück nach Sydney genommen und mir dort nochmal ein Hostel für zwei Tage gesucht habe.

Die habe ich dann noch genutzt um mir das Parliament House, das aber leider sitzungsfreie Zeit hat und die unglaublich riesige Art Gallery anzusehen.
Dort war es zum Teil sehr spannend und zum Teil auch einfach zu abgedreht für mich. Vielleicht mangelt es mir an intellektuellem Zugang. Vielleicht war es aber wirklich nur ein Rohr, das an die Wand gelehnt wurde. Daneben ein Schild wann und von wem das Rohr an die Wand gelehnt wurde. Auf jeden Fall war es interessant, da es dort eine Menge sogenannter Kunst zu sehen gab, die für mich absolut nicht nach zu vollziehen ist.

So, jetzt bin ich gleich ich Blackheath angekommen. Ich hoffe, ich kann nach den Tagen hier, wieder mal was von mir hören lassen.
Aber Menschenfleisch ist auch Fleisch und Sally Vegetarierin. Daher bin ich guter Dinge zu überleben ;)

In diesem Sinne,

bis bald

Tina

(Fotos kommen wieder etwas später!)

Freitag, 14. Oktober 2011

No worries!


Heute also der erste Bericht aus Australien.  

Dienstagmorgen bin ich nach einem unendlich langen Flug in Sydney gelandet. Erst gut sechs Stunden von Frankfurt nach Abu Dhabi und vor allem ganze 13 Stunden von dort nach Sydney machen wirklich keinen Spaß.  Ganz besonders wenn man einen halben Kindergarten, den keiner  ruhig bekommt, vor sich sitzen hat und keine weiteren Folgen How I met your mother im Entertainment Programm angeboten werden. 
Immerhin bin ich gut gelandet. Was höchstwahrscheinlich  am arabischen Travel Prayer liegt, das ich vor Beginn des Fluges mitsprechen durfte, auch wenn mich das Ganze eher beunruhigt hat ;)

Am Hostel angekommen war ich etwas schockiert. Alles unglaublich klein und einengend. Bin in einem 4er Zimmer mit nur zwei weiteren Personen untergekommen. Eine ganz nette Deutsche und ein Typ Mitte 30, der nichts sagt und anscheinend den ganzen Tag im Zimmer rumhängt. Immerhin stellt er seine Schuhe immer aus dem Fenster, wenn man reinkommt :D

 Das Stadtviertel in dem ich untergekommen bin, scheint das australische Paderquellgebiet zu sein. Nachdem ich jetzt schon ein wenig in Sydney rumgekommen bin, kann ich sagen, dass ich mir so ziemlich das schlimmste Viertel ausgesucht habe :D Von zu Hause aus habe ich natürlich gleich eine volle Woche gebucht… Das kommt davon, wenn man zu weit im Voraus plant und sich festlegt!

Das restliche Sydney ist aber richtig schön und sehr vielseitig. Viele große Parks, eine entspannt Atmosphäre, tolle Strände, sehr sauber, eine richtig gute State Library, an jeder Ecke jemand der auf seiner Gitarre spielt und das auch noch ziemlich gut. Außerdem ist einfach alles riesengroß. Ein Orientierungssinn war bei mir zwar noch nie vorhanden, aber so lange wie hier laufe ich selten im Kreis. Gut, dass die Leute unglaublich freundlich sind. Vorgestern habe ich versucht zu Fuß zum Bondi Beach zu kommen. Habe mich natürlich verlaufen, aber eine Australierin ist mit mir die 20 oder 30 Minuten dorthin gegangen. No worries also :) Am Bondi ist es wirklich wunderschön, nur  kann man leider noch nicht ins Wasser gehen, da wir hier Frühling und damit erst um die 20° Grad haben.





Vorgestern habe ich mir zusammen mit einem Deutschen die Oper, Harbour Bridge und den Hafen  angesehen. Mit dem war ich gestern auch los um mich über die Eröffnung des Bankkontos, der Tax File und einer Handy-Sim schlau zu machen. Das Ganze hat sich mit unseren Englischkenntnisse zwar nicht ganz so leicht gestaltet, aber wir werden heute dann zusammen alles beantragen.








Meine weiteren Pläne sind in den nächsten Tagen die mir interessant erscheinenden Museen abzuklappern und am Wochenende endlich mal das Nachtleben zu erkunden. Bin bisher noch nicht dazu gekommen, da ich abends einfach  immer zu müde war. Außerdem hoffe ich darauf, bald mal mehr internationale Leute kennen zu lernen. Sydney ist leider überrannt mit den langweiligen deutschen Backpackern.
Und umziehen werde ich noch! Ich verdiene mit nämlich noch mit einem kleinen Blog ein wenig Geld und ein paar freie Übernachtungen. Sodass ich, nachdem die sieben Tage in dem jetzigen Hostel abgesessen sind, zumindest erstmal zwei Tage für lau in ein Hostel im Zentrum Sydneys mit Blick auf die Harbour Bridge ziehen darf :). Außerdem wurde ich zur Sydney Harbour YHA’s International Dinner Night eingeladen. Was es auch immer ist, es scheint Essen zu geben! Ich habe mich die letzten Tage hauptsächlich von Wasser, Äpfeln und Orangen ernährt, weil alles andere einfach verdammt teuer ist.
Bei der Dinner Night werden also die Fetzen fliegen :D


Nicht irgendwelche Schlangen oder Spinnen, sondern der Linksverkehr stellt für mich zur Zeit noch die größte Gefahr dar, aber die Australier sind so nett und denken mit ;)


Bis dahin.
Lieben Gruß,
Tina

Füge hinzu:
Orientierungssinn schulen                                                                              [ ]

(Und no worries! Fotos werde ich heute Abend oder morgen noch hochladen.)


Mittwoch, 5. Oktober 2011

G'Day

Hallo zusammen,

nachdem der Ein oder Andere nicht locker gelassen hat, gebe ich hiermit nach und werde in einem Blog ab und an mal was von mir hören lassen...

Nochmal kurz zusammengefasst: Ich fliege am 09. Oktober (das heißt also schon in vier Tagen!!!) für ca. 9 Monate bis etwa Mitte Juli nach Australien. Dann geht es für ein paar Tage nach Kuala Lumpur (Hauptstadt von Malaysia) und zuletzt noch ca. eine Woche nach Singapur, sodass ich im Juli zurück bin um mein Studium zu organisieren.

Ich versuche euch hier zumindest ein wenig auf dem Laufenden zu halten und freue mich wenn ihr auch mal was von euch hören lasst! (Um nicht zu sagen, dass es absolute Voraussetzung ist, damit ich hier überhaupt weiterhin schreibe :P)


Bis bald


Tina