Howdy!
Ich schreibe euch schon wieder aus Sydney. Soll heißen, ich
habe überlebt und das auch noch sehr gut. Sally ist eine absolut liebe und
etwas verrückte Australierin, mitte 50, alleinstehend, Sprachtherapeutin mit
zwei sehr süßen Hunden, einer Katze und einem kleinen Häuschen in Blackheath.
Ich selber hatte ein eigenes Zimmer, was trotz gerade mal drei
Wochen in Dorms eine kleine Erholung war.
Der Tagesablauf sah so aus, dass ich zur unmenschlichen Zeit
7:30h aufgestanden bin, um nach der vierstündigen Arbeit noch etwas vom Tag zu
haben. Abends haben wir zusammen gekocht und gegessen. Sally war allerdings
nicht nur Vegetarierin sondern auch laktoseintolerant. Daher war das Ganze
nicht so einfach, aber immerhin sehr gesund.
Später haben wir dann zusammen Nachrichten gesehen und uns
dann entweder über current affairs unterhalten, versucht die englische
Grammatik zu durchleuchten oder einen Film aus ihrer riesigen DVD Sammlung angesehen. Da diese hauptsächlich
aus ScFi und Aktion Filmen besteht, was absolut nicht zum Rest von Sally passt,
brauchte ich etwas um einen vernünftigen rauszusuchen. Jetzt kann ich aber eine
klare Empfehlung für „One Flew Over the Cuckoo's Nest“ aussprechen.
Meine Arbeit bestand in den ersten Tagen aufgrund des
schlechten Wetters darin einen Schrank und Tisch zu streichen, DVDs zu
sortieren und das kleine Ferienhaus in ihrem Garten für die nächsten Gäste
fertig zu machen.
Leider konnte ich in der Zeit auch nicht viel von den Blue
Mountains sehen. Nur einmal haben wir uns vor die Tür getraut und sind in einen
der National Parks gegangen.
Es war aber trotz oder gerade wegen des Regens und des
Nebels sehr schön.
Die letzten drei Tage wurde das Wetter schließlich auch
besser. Ich konnte (eher musste) draußen im Garten arbeiten. Das war zwar
weniger spaßig aber für vier Stunden in Ordnung.
Ich konnte also auch endlich in den Blue Mountains National Park um meine bisher wohl wichtigste
Lektion zu lernen: Nimm IMMER Wasser, Essen und eine Karte der Wanderwege
mit!!!
Mit dem Vorhaben für drei Stunden wandern zu gehen, hatte
ich natürlich nichts bis auf meinen Fotoapparat mit. Aus diesen drei Stunden
wurden aber schließlich 7 ½ Stunden.
Nachdem ich die erste Aussichtsplattform erreicht hatte und
eigentlich wieder zurücklaufen wollte, sah ich einen kleinen schönen Wasserfall
weiter unten am Berg und dachte mir: Gehste mal hin!
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| Auf der rechten Seite kann man das Objekt der Begierde sehen! |
War aber eine blöde Idde,
weil es immer schöner wurde und ich deshalb immer weiter ging und schließlich
mitten im Busch war. Nachdem ich nun schon so lange in einen Richtung gelaufen bin,
wollte ich auch nicht mehr umkehren, weil ich mir sicher war, dass es bald
irgendwo rausgehen muss. War aber leider nicht so. Irgendwann bin ich zum Glück
auf eine Camping-Gruppe gestoßen. Sie mit etwa acht Mann, riesigen Karten,
Wanderwegbeschreibungen, Essen, Trinken, Taschenlampen und ich, völlig am Ende meiner
Kräfte, alleine mit einem Fotoapparat.
Jetzt ist es lustig, in dem Moment war es das eher weniger!
:D
Vor allem als sie mir
dann mit Hilfe ihrer Karten den schnellsten Weg rausgesucht hatten. Der war
zwar nur um die drei Kilometer lang, hatte aber einen Höhenunterschied von
knapp 700 Metern.
Sie haben mir dann freundlicherweise Wasser, Nüsse und eine
Taschenlampe mit dem Satz „Die wirst du brauchen“ mitgegeben.
Irgendwann, nach einem unendlich langen und unglaublich
anstrengenden Aufstieg, bin ich ziemlich
fertig und einfach nur erleichtert bei Sally angekommen.
Am letzten Tag war ich dann noch mit einem ordentlichen
Muskelkater in Katoomba, der größten Stadt in den Blue Mountains. Allerdings
war dort, bis auf ein Oktoberfest mit französischer Musik, nichts zu sehen.
Insgesamt war das Wwoofen eine sehr gute Erfahrung. Man
spart selbst in ein paar Tagen ziemlich viel Geld, es ist interessant mit
Locals zusammen zukommen, sich auszutauschen und dem Englisch tut es auch gut. Das wird
also nicht das letzte Mal Wwoofen gewesen sein.
Jetzt bin ich also wieder in Sydney, da ich mir meine
Tax-File Number abholen und mich um meine australische Handynummer, die nun endlich
funktioniert, kümmern musste.
Von hier fliege ich morgen nach Christchurch um in knapp
vier Wochen ein bisschen was von Neuseeland sehen zu können.
Mein Hostel liegt schon mal einen Kilometer von dem von
Roxanne entfernt, die einen Tag später in Christchurch ankommt. Mal schauen,
wen ich dort noch alles aus Paderborn antreffe :)
Cheers,
Tina
(Ich habe es übrigens endlich geschafft ein Gästebuch
einzurichten. (--> rechts) Wer also Lust hat…)





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