Donnerstag, 12. April 2012

Segeln & Surfen


Ich bin vor ein paar Tagen von meinem zweitägigen Segeltrip zurückgekommen und kann damit meine schlechte Phase für absolut abgeschlossen erklären. Ich glaube, ich fühlte mich selten so entspannt.

Wir sind mit 12 Personen und zwei Crewmitgliedern um die Whitsunday Insel gesegelt. Haben den weißesten Strand der Welt, den Whiteheaven Beach gesehen, sind auf dem wohl weichesten Sand überhaupt gelaufen und haben an drei verschiedenen Spots geschnorchelt. Eigentlichen habe ich ja die Nase von Stränden erstmal voll, aber der war wirklich beeindruckend schön. 
Sehr viel Glück hatte ich mit den Leuten, die alle super lustig und locker waren. Einer der Skipper war echtes Original und für ihn schien es ebenfalls eine lohnenswerte Tour gewesen zu sein, da er das erste Mal in seinem Leben Liechtensteiner gesehen hat („must be a really small town“) und er Spaß daran hatte die Beiden damit aufzuziehen. Wann immer ein Segel gehisst wurde und sich kein Freiwilliger fand wurde das „Team Licktensteein“ gerufen und die Jungs waren der Running Gag an Board. 


  







Die Unterwasserwelt fand ich wieder unglaublich faszinierend. Man konnte in Mitten von bunten Fischschwärmen schnorcheln währenddessen unter dir metergroße Fische und Schildkröten schwammen. Ich hab mich nun letztendlich auch dazu entschlossen, Fraser Island komplett auszulassen und das Geld in meinen Tauchkurs auf der thailändischen Insel Ko Tao zu investieren. 

Die Nacht auf dem Boot war ebenfalls wunderschön. Da es so dunkel war, konnte man den Sternenhimmel mit zumindest dem Ansatz der Milchstraße und einigen Sternschnuppen gut sehen und es hat sich sogar gelohnt um sechs Uhr aufzustehen um den Sonnenaufgang zu genießen. Nachmittags war der Segeltrip leider auch schon wieder vorbei und eine weitere Deutsche und ich haben noch mit den Liechtensteinern das ein oder andere Bierchen an deren Campervan getrunken bevor es dann über Nacht weiter nach Agnes Water ging. 

Hier bin ich heute das erste Mal Surfen gegangen und es macht genauso viel Spaß wie es anstrengend ist. Zuerst gab es etwas Theorieunterricht, wo uns gezeigt wurde, wie man richtig auf dem Surfboard aufsteht und danach ging es mit zwei Surflehrern und zwölf Nichtskönnern an den Strand. Uns wurde dann erzählt, dass die Konditionen, zumindest für Anfänger, nicht wirklich günstig seien, da es sehr windig ist und die Wellen sehr hoch. Vom Strand betrachetet sah es allerdings nicht wilder aus als im Wellenbad, aber man verstand das Ganze nachdem die ersten Wellen über einem zusammenbrachen. 

Fast schwieriger als das Surfen selbst war es, sich und das Surfboard weiter ins Wasser hinaus zu bekommen, da erbarmungslos eine Welle nach der anderen kam und dich immer wieder in Richtung Strand transportiert hat. Wenn man also irgendwann weit genug draußen war und man noch Kraft hatte, konnte man versuchen eine Welle zu surfen. Das Ganze ist nicht so einfach wie es aussieht!!! Allerdings hatte ich das Glück mich mit einem der Surflehrer, der für das Hostel arbeitet, den Abend davor schon angefreundet zu haben und so mehr oder weniger Privatunterricht zu bekommen. Man musste sich nur etwas an seine Art zu motivieren gewöhnen, da die letzten Worte die man hörte, bevor man von der Welle erfasst wurde, immer von der Kategorie „Wow, that’s a huge wave. Even I would be scared.”  waren. Immerhin hat es geklappt vielleicht sechs oder sieben Mal richtig aufzustehen. Die restliche Zeit habe ich vor allem dagegen angekämpft nicht in Richtung Strand getrieben zu werden und das Meer nicht ganz auszutrinken. Ich hatte aber riesigen Spaß und freue mich auf meinen Muskelkater in den Oberarmen. Schade ist nur, dass ich das Surfen so spät ausprobiert habe. Immerhin habe ich gelesen, dass man auch in Thailand und Malaysia recht gut surfen können soll. 



Morgen fahre ich weiter gen Süden um meine restliche Zeit, bevor es Ende April nach Alice Springs geht, bei drei verschiedenen Wwoofing Hosts zu verbringen. Zuerst komme ich zu einem älteren, viel gereisten Ehepaar, dass große Gemüseplantagen hat, auf denen ich gegen Unterkunft, Verpflegung und hoffentlich dem ein oder anderem interessanten Gespräch, für etwa vier oder fünf Stunden am Tag arbeite. 

Mir geht es also wieder bestens und ich glaube, die schlechte Phase musste und durfte nach einem halben Jahr auch mal sein. Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass Australien nicht das geeignetste Land für eine so lange Reise ist, allerdings habe ich in der letzten Woche wieder jeden Moment genossen und freue mich auf das Outback. Zudem habe ich mir endlich meinen Südostasien Reiseführer gekauft und beginne ein wenig zu planen was ich dort überhaupt alles sehen und machen möchte…
Wie war das also? Aus jeder Krise kommt man gestärkt wieder heraus! So sieht es aus! Kann ich nur bestätigen ;)

Tiefenentspannte Grüße & Cheers :)






















Freitag, 6. April 2012

Jene Phase, die wohl auch mal kommen musste...


Ich sitze an einem wunderschönen Strand im wunderschönen, kleinen Ort Airlie Beach und schäme mich fast ein wenig Folgendes aufzuschreiben: Ich habe gerade absolut keinen Bock mehr! 

Mich nervt das ewige Rumgegammel, der Strand, das Meer, in dem man Dank der Gefahr tödlicher Quallen nicht mal schwimmen kann… Ich dachte ja, dass man das Nichtstun (oder Sich-Treiben-Lassen, wie es diejenigen, die es beherrschen, auch gerne nennen) lernen kann, aber ich vermisse es eine Aufgabe zu haben, ein Ziel, was zu lernen und die Zeit SINNVOLL zu verbringen. Normalerweise trifft man zumindest überall nette Leute, die einen davon wunderbar ablenken, allerdings ist die ganze Ostküste voller nachpubertärer Engländer, deren einziges Ziel es ist, sich ab Mittag auf die günstigste Art, d.h. mit Goon (australischem Fusel“wein“), zu betrinken. Das Ganze nennt sich dann im British English „get pissed“, wie ich lernen durfte.

Mir geht das allerdings ziemlich auf die Nerven und ich zähle die Tage bis mein Flieger nach Alice Springs geht. Ich bin ja durchaus ein Freund des ein oder anderen Bierchens (oder des sehnsüchtig vermissten kalten Weizens), aber ich habe bewusst keine Woche Mallorca gebucht. Vor allem ist anscheinend die komplette Ostküste von dieser Art der Backpacker belagert, mit denen man nicht mal zwei normale Worte wechseln kann. Daher vermisse ich ebenfalls ein gutes Gespräch, eine schöne niemals endende Diskussion und bin den Backpacker Small-Talk (Wo kommst du her? Wo gehst du hin? Do you get pissed with us?…) so was von Leid.

Hinzu kommt einfach, dass Australien für eine so lange Reise, nicht für mich gemacht ist. Je länger ich hier bin, desto weniger kann ich das Gefühl unterdrücken. Natürlich ist die Landschaft und sind die Strände traumhaft, die Ausblicke jedes Mal wieder atemberaubend. Dann war es das aber auch. Du siehst oder erlebst nichts „Bleibendes“ oder „Prägendes“. Du lernst nichts. Das Land ist jung und das macht sich bemerkbar, indem es bis auf Outbackorte, wo man etwas von dem Aborigine Leben mitbekommt, komplett geschichts- und kulturlos ist. Ich will absolut nicht sagen, dass mir Australien und das Gleiche gilt für Neuseeland, nicht gefällt. Ich kann mir sogar sehr gut vorstellen, irgendwann nochmal zum Tauchen, für das Bereisen der australischen Westküste und der Nordinsel Neuseelands wiederzukommen, allerdings nicht länger als ein oder zwei Monate am Stück. Dann ist nämlich die Zeit gekommen, wo ich etwas mit mehr Tiefgang vermisse. 

Daher freue ich mich sehr auf Asien und in eine neue Kultur, Lebensweise und Geschichte eintauchen zu können. Mit Hinblick darauf, probiere ich meine Laune zumindest über dem Nullpegel zu halten.
Zudem arbeite ich morgen zum letzten Mal in diesem dreckigen, stinkigen Hostel, das nicht mal einen spannenden Nachtwächter zu bieten hat und suche mir dann einen Platz zum Wwoofen um wieder unter normale Leute zu kommen. Meine Zeit ist mir dann doch viel zu schade, um nur die Tage rückwärts zu zählen. Allerdings habe ich mit mir ausgemacht, bis ich fündig geworden bin, richtig schlechte Laune haben zu dürfen. Das muss auch mal sein :)

(Ich hoffe man kann in etwa nachvollziehen, was ich sagen möchte...)