Ich bin vor ein paar Tagen von meinem zweitägigen Segeltrip
zurückgekommen und kann damit meine schlechte Phase für absolut abgeschlossen
erklären. Ich glaube, ich fühlte mich selten so entspannt.
Wir sind mit 12 Personen und zwei Crewmitgliedern um die
Whitsunday Insel gesegelt. Haben den weißesten Strand der Welt, den Whiteheaven
Beach gesehen, sind auf dem wohl weichesten Sand überhaupt gelaufen und haben
an drei verschiedenen Spots geschnorchelt. Eigentlichen habe ich ja die Nase von Stränden erstmal voll, aber der war wirklich beeindruckend schön.
Sehr viel Glück hatte ich mit den Leuten, die alle super lustig und locker
waren. Einer der Skipper war echtes Original und für ihn schien es ebenfalls
eine lohnenswerte Tour gewesen zu sein, da er das erste Mal in seinem Leben
Liechtensteiner gesehen hat („must be a really small town“) und er Spaß daran hatte die Beiden damit aufzuziehen. Wann immer ein
Segel gehisst wurde und sich kein Freiwilliger fand wurde das „Team
Licktensteein“ gerufen und die Jungs waren der Running Gag an Board.
Die Unterwasserwelt fand ich wieder unglaublich
faszinierend. Man konnte in Mitten von bunten Fischschwärmen schnorcheln
währenddessen unter dir metergroße Fische und Schildkröten schwammen. Ich hab
mich nun letztendlich auch dazu entschlossen, Fraser Island komplett
auszulassen und das Geld in meinen Tauchkurs auf der thailändischen Insel Ko
Tao zu investieren.
Die Nacht auf dem Boot war ebenfalls wunderschön. Da es so
dunkel war, konnte man den Sternenhimmel mit zumindest dem Ansatz der
Milchstraße und einigen Sternschnuppen gut sehen und es hat sich sogar
gelohnt um sechs Uhr aufzustehen um den Sonnenaufgang zu genießen. Nachmittags war der Segeltrip leider auch schon wieder
vorbei und eine weitere Deutsche und ich haben noch mit den Liechtensteinern
das ein oder andere Bierchen an deren Campervan getrunken bevor es dann über
Nacht weiter nach Agnes Water ging.
Hier bin ich heute das erste Mal Surfen
gegangen und es macht genauso viel Spaß wie es anstrengend ist. Zuerst gab es etwas Theorieunterricht, wo uns gezeigt wurde,
wie man richtig auf dem Surfboard aufsteht und danach ging es mit zwei
Surflehrern und zwölf Nichtskönnern an den Strand. Uns wurde dann erzählt, dass die Konditionen, zumindest für
Anfänger, nicht wirklich günstig seien, da es sehr windig ist und die Wellen
sehr hoch. Vom Strand betrachetet sah es allerdings nicht wilder aus als im Wellenbad, aber man verstand das Ganze nachdem die ersten Wellen über
einem zusammenbrachen.
Fast schwieriger als das Surfen selbst war es, sich und das
Surfboard weiter ins Wasser hinaus zu bekommen, da erbarmungslos eine Welle
nach der anderen kam und dich immer wieder in Richtung Strand transportiert hat.
Wenn man also irgendwann weit genug draußen war und man noch Kraft hatte,
konnte man versuchen eine Welle zu surfen. Das Ganze ist nicht so einfach wie
es aussieht!!! Allerdings hatte ich das Glück mich mit einem der Surflehrer,
der für das Hostel arbeitet, den Abend davor schon angefreundet zu haben und
so mehr oder weniger Privatunterricht zu bekommen. Man musste sich nur etwas an
seine Art zu motivieren gewöhnen, da die letzten Worte die man hörte, bevor man
von der Welle erfasst wurde, immer von der Kategorie „Wow, that’s a huge wave. Even
I would be scared.” waren. Immerhin hat
es geklappt vielleicht sechs oder sieben Mal richtig aufzustehen. Die restliche Zeit
habe ich vor allem dagegen angekämpft nicht in Richtung Strand getrieben zu
werden und das Meer nicht ganz auszutrinken. Ich hatte aber riesigen Spaß und
freue mich auf meinen Muskelkater in den Oberarmen. Schade ist nur, dass ich das
Surfen so spät ausprobiert habe. Immerhin habe ich gelesen, dass man auch in
Thailand und Malaysia recht gut surfen können soll.
Morgen fahre ich weiter gen Süden um meine restliche Zeit,
bevor es Ende April nach Alice Springs geht, bei drei verschiedenen Wwoofing
Hosts zu verbringen. Zuerst komme ich zu einem älteren, viel gereisten Ehepaar,
dass große Gemüseplantagen hat, auf denen ich gegen Unterkunft, Verpflegung und
hoffentlich dem ein oder anderem interessanten Gespräch, für etwa vier oder
fünf Stunden am Tag arbeite.
Mir geht es also wieder bestens und ich glaube, die
schlechte Phase musste und durfte nach einem halben Jahr auch mal sein. Zwar
bin ich immer noch der Meinung, dass Australien nicht das geeignetste Land für
eine so lange Reise ist, allerdings habe ich in der letzten Woche
wieder jeden Moment genossen und freue mich auf das Outback. Zudem habe ich mir
endlich meinen Südostasien Reiseführer gekauft und beginne ein wenig zu planen
was ich dort überhaupt alles sehen und machen möchte…
Wie war das also? Aus jeder Krise kommt man gestärkt wieder
heraus! So sieht es aus! Kann ich nur bestätigen ;)
Tiefenentspannte Grüße & Cheers :)






